{"id":362,"date":"2019-12-09T07:52:44","date_gmt":"2019-12-09T07:52:44","guid":{"rendered":"http:\/\/kirschniok.com\/?page_id=362"},"modified":"2020-11-10T15:21:30","modified_gmt":"2020-11-10T15:21:30","slug":"zuechter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kirschniok.com\/?page_id=362","title":{"rendered":"Z\u00fcchter"},"content":{"rendered":"\n<p>Unser Hund\nBarney ist gestorben. Er ist an den Folgen von Epilepsie gestorben. <\/p>\n\n\n\n<p>Er hat\ngek\u00e4mpft und wir haben um ihn gek\u00e4mpft. <\/p>\n\n\n\n<p>Acht Monate\nist er alt geworden. Wir haben alle verloren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt auf\ndiesem Blog ein Tagebuch \u00fcber die wundervolle und bereichernde Zeit mit ihm.<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser\nStelle geht es f\u00fcr mich darum, dass Verhalten der Z\u00fcchter zu beschreiben: vom\nKennenlernen \u00fcber die Begleitung des gesunden Hundes, bis zur Begleitung von Barney\nund uns w\u00e4hrend der Krankheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde\ndas ebenso wichtig, weil das auch Geschehnisse gewesen sind, die uns gepr\u00e4gt\nhaben.<\/p>\n\n\n\n<p>Als wir uns\nf\u00fcr einen kleinen Ridgeback entscheiden konnten, haben wir nach Z\u00fcchtern\ngesucht, die im Umkreis von Berlin wohnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Telefonat\nmit der Z\u00fcchterin stellte sich dann heraus, dass sie zwar ihren Hauptwohnsitz\nam Rand von Berlin hatten, zur Zeit aber in einem Haus an der Ostsee wohnten.\nDiese Wohnsituation w\u00fcrde sich auch bis zu Geburt und Abgabe der Welpen nicht\n\u00e4ndern. <\/p>\n\n\n\n<p>Egal \u2013 dann\nmachen wir uns eben auf den Weg an die Ostsee.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser erstes\nTreffen mit den Z\u00fcchtern und den beiden im Haushalt lebenden H\u00fcndinnen ist sehr\nentspannt und freundlich verlaufen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir waren \u2013\nwie es fast zu erwarten war \u2013 begeistert von den beiden H\u00fcndinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu diesem\nZeitpunkt war eine H\u00fcndin bereits tr\u00e4chtig und wir freuten uns, uns um einen\nWelpen bewerben zu k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>In den\nfolgenden Wochen hatten wir losen Kontakt zu den Z\u00fcchtern und wussten deshalb,\ndass die Schwangerschaft gut verlief und Hundebabys unterwegs waren. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Urlaub\nerreicht uns dann die Nachricht, dass Welpen geboren worden waren und wir in\nvier Wochen die M\u00f6glichkeit h\u00e4tten, diese kennen zu lernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Tage\nsp\u00e4ter bekamen wir einen Anruf, dass am Folgetag auf dem Weg zum Tierarzt im\nAuto unbemerkt ein weiterer Welpe geboren worden war. <\/p>\n\n\n\n<p>Beim\nTierarzt kamen zwei weitere kleine Ridgebacks zur Welt. <\/p>\n\n\n\n<p>Da dieses\nDatum genau auf den Tag des Geburtstags meines Mannes fiel, haben wir uns auf\nden kleinen R\u00fcden, der im Auto geboren worden war, beworben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\nVersicherung der Z\u00fcchter war er kerngesund und putzmunter. Allerdings verstarb\nin den Folgetagen sein letztgeborenes Geschwisterchen. Es war nicht kr\u00e4ftig\ngenug zur Welt gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vier Wochen\nsp\u00e4ter lernten wir Barney kennen und es war auf beiden Seiten Liebe auf den\nersten Blick.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere vier\nWochen sp\u00e4ter konnten wir ihn zu uns nach Hause holen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Z\u00fcchter\nerkundigten sich telefonisch, ob alles in Ordnung sei und das Miteinander gut\nfunktioniert und wir verabredeten auch einen Besuch. Dieser Besuch fand sehr\nentspannt statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Barney\nfast 6 Monate alt war, zeigte er erste Anzeichen der Epilepsie. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind\nsofort zu unserem Tierarzt gegangen, der den Hund untersuchte und ihn f\u00fcr\ngesund befand. Er vermutete, dass der Hund etwas Unvertr\u00e4gliches gefressen\nh\u00e4tte oder von einem Insekt gestochen worden w\u00e4re. <\/p>\n\n\n\n<p>Zusammen mit\nBarney waren wir dann auch auf einer Hundeausstellung, an der auch die Z\u00fcchter\nteilnahmen. Barney belegte dort den dritten Platz, obwohl er noch sehr\ntemperamentvoll und verspielt war. <\/p>\n\n\n\n<p>Kurz nach\ndieser Ausstellung bekam Barney seinen ersten heftigen Epilepsieanfall. Wir\nsind sofort in eine medizinisch sehr gut ausgestattete Tierarztpraxis gegangen\nund bekamen dort Medikamente zur Erstversorgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider\nverschlechterte sich sein Zustand innerhalb von zwei Tagen so, dass wir am\nWochenende in die Tierklinik gefahren sind und Barney dort auch zwei N\u00e4chte\nbleiben musste.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu diesem\nZeitpunkt haben wir nat\u00fcrlich die Z\u00fcchter informiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie\nreagierten sehr betroffen und versprachen uns jede Unterst\u00fctzung die wir\nbr\u00e4uchten. \u201eWir sind bei euch und lassen euch in der Situation nicht alleine\u201c,\nversicherten sie uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese\nVersicherung h\u00f6rten wir in den Folgewochen immer wieder. <\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings\nkam es nie zu einer der versprochenen Begleitungen zu einem Tierarzt oder zu\ntier\u00e4rztlichen Untersuchungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie w\u00fcnschten sich aber eine Reihe von medizinischen Untersuchungen wie MRT und Liquor Untersuchung, Lebershunt und Zeckenprofil.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei\nsicherten sie uns eine Beteiligung an den Kosten zu, die insgesamt w\u00e4hrend der\nAusschlussdiagnostik \u00fcber 3500.-\u20ac betrugen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der\nHoffnung Barney mit Medikamenten stabil zu halten und ihm ein fast\nunbeschwertes Leben zu erm\u00f6glichen, bedankten wir uns f\u00fcr diese Zusicherung und\nbaten darum die Kl\u00e4rung der Zahlungsmodalit\u00e4ten &#8211; welche Kosten sie f\u00fcr welche\nvon Ihnen extra gew\u00fcnschten Untersuchungen \u00fcbernehmen -in die Zeit zu\nverschieben, in der es Barney besser ginge.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Barney\nmit Medikamenten dann tats\u00e4chlich zwei Wochen ohne Anfall war \u2013 das dachten wir\nzumindest \u2013 nahmen wir Kontakt mit den Z\u00fcchtern auf, um einen Termin zu\nvereinbaren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihren\nzun\u00e4chst ge\u00e4u\u00dferten Wunsch an die Ostsee zu ihnen zu kommen, lehnten wir ab.\nWir wollten mit dem kranken Hund nicht so weit fahren. Schlie\u00dflich einigten wir\nuns auf einen Kaffee am Rand von Berlin. <\/p>\n\n\n\n<p>Dieses\nTreffen mit den Z\u00fcchtern war speziell. Mehr als 1 Stunde ging es um\nBelanglosigkeiten und Geplauder. <\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich\nhabe ich die Vereinbarung angesprochen. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Z\u00fcchter\nerkl\u00e4rte darauf hin, dass seine Frau ja bei uns im Wort st\u00e4nde und sie deshalb\nja wohl auch etwas zahlen m\u00fcssten. <\/p>\n\n\n\n<p>Er erkl\u00e4rte\nsich zur Zahlung von 1000 \u20ac bereit. Im Gegenzug w\u00fcnschten sie sich von uns die\nUnterzeichnung einer Verschwiegenheitserkl\u00e4rung. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir trennten\nuns in der Vereinbarung, dass sie uns diese Formulierung zusenden w\u00fcrden, damit\nwir uns das Formular durchlesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider ging\nes Barney in den Folgetagen schon wieder sehr viel schlechter. Es zeichnete\nsich ab, dass auch die hohe Medikation nicht wirkte und er wom\u00f6glich in seiner\nEpilepsie nicht einstellbar war. Wir waren verzweifelt. <\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig\nh\u00f6rten wir von den Z\u00fcchtern nichts mehr. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf\nmehrmalige Nachfrage und Bitte um Unterst\u00fctzung \u2013 wir hatten gehofft Barney\nvielleicht in eine Hundegruppe oder auch an einen hundeerfahrenen Menschen\nvermitteln zu k\u00f6nnen &#8211; erreichte uns schlie\u00dflich die Nachricht, dass sie uns\nnicht helfen k\u00f6nnten und gleichzeitig ein bereits von der Z\u00fcchterin\nunterschriebenes Schreiben mit der so genannten Verschwiegenheitserkl\u00e4rung. <\/p>\n\n\n\n<p>Darauf war\nformuliert, dass mit einer einmaligen Zahlung von 1000 \u20ac alle Anspr\u00fcche\nabgegolten seien und wir weder dem Zuchtverband noch anderen Dritten gegen\u00fcber\netwas von Barneys Erkrankung sagen oder diese informieren d\u00fcrften. <\/p>\n\n\n\n<p>Andernfalls\nwurde uns eine Strafe von 2500 \u20ac angedroht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nweigerten uns diese Erkl\u00e4rung zu unterschreiben und damit war der Kontakt\nbeendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Z\u00fcchter\nentfernte uns sofort aus der WhatsApp Gruppe, die uns mit den Wurfgeschwistern\nverbunden hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder\nKontakt sollte unm\u00f6glich werden.<\/p>\n\n\n\n<p>An einem der\nFolgetage ist Barney gestorben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Tage\ndanach haben wir entschieden, die Zuchtverb\u00e4nde zu informieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen\nist die Wurfplanung mit der gleichen Verpaarung wie die ersten beiden W\u00fcrfe von\nder Website der Z\u00fcchter entfernt worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz\npers\u00f6nlich m\u00f6chte ich sagen, dass ich bei meinen Ansprechpartnern bei den\nZuchtverb\u00e4nden Mitgef\u00fchl und Unterst\u00fctzung erfahren habe. Es war Zeit \u00fcber\nmeine Trauer zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Z\u00fcchter,\noder Hobbyz\u00fcchter die sich nur zeigen, wenn alles in Ordnung ist, brauche ich\nnicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Und v\u00f6llig\nunbestritten ist es wohl f\u00fcr jeden Menschen, der einen Hund als neues\nFamilienmitglied in sein zu Hause holen m\u00f6chte, dass er sich seri\u00f6s \u00fcber\nm\u00f6gliche Risiken oder Krankheiten in der Verpaarungslinie der Hunde informieren\nkann.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder, wie in\nunserem Fall einer prim\u00e4r genetischen Epilepsie, zumindest durch seine Z\u00fcchter\nUnterst\u00fctzung und Begleitung erf\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sogenannte\n\u201eZ\u00fcchter\u201c, wie die Verk\u00e4ufer unseres Barney sind ausschlie\u00dflich an ihrem Gewinn\ninteressiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich\nhaben wir bis heute &#8211; entgegen aller Zusicherung &#8211; keinen Euro Erstattung der\nTierarztkosten oder irgend ein Zeichen von Mitgef\u00fchl bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nGespr\u00e4chen mit anderen Z\u00fcchtern haben wir erfahren, dass die Verk\u00e4ufer von\nBarney innerhalb des Verbandes schon h\u00e4ufiger durch ihr unprofessionelles\nVerhalten aufgefallen sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Alle haben\nerkl\u00e4rt, dass bei so einem Ungl\u00fcck nat\u00fcrlich der Kaufpreis zur\u00fcck gezahlt, oder\naus dem n\u00e4chsten Wurf ein Welpe kostenfrei vermittelt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu einem\nweiteren Wurf kommt es bei diesen Verk\u00e4ufern hoffentlich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt eine Empfehlung, mit keiner der beiden H\u00fcndinnen und auch mit keinem der Wurfgeschwister aus den beiden W\u00fcrfen weiter zu z\u00fcchten.<\/p>\n\n\n\n<p>18. Februar 2020<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Leser*in,<br>bis heute haben sich die Verk\u00e4ufer von Barney bei uns nicht gemeldet. Sie haben sich nicht f\u00fcr ihr Verhalten entschuldigt und sich auch nicht wie versprochen an den Kosten f\u00fcr die medizinischen Untersuchungen von Barney beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>11.11.2020<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit einigen Tagen haben die Z\u00fcchter einen weiteren Wurf f\u00fcr den Sommer 2021 angek\u00fcndigt.<br>Findet eine Verpaarung in der Verwandtschaftslinie von Barney statt wird der VDH und der DZRR dar\u00fcber informiert.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Hund Barney ist gestorben. Er ist an den Folgen von Epilepsie gestorben. Er hat gek\u00e4mpft und wir haben um ihn gek\u00e4mpft. Acht Monate ist er alt geworden. Wir haben alle verloren. Es gibt auf diesem Blog ein Tagebuch \u00fcber die wundervolle und bereichernde Zeit mit ihm. 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